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St. Georg-Kapelle
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St. Georg-Kapelle
Geschichte der St. Georg-Kapelle

Die St. Georg-Kapelle die umgangssprachlich nur Georgenbergkapelle genannt wird, soll einer Sage nach im 12. Jahrhundert erbaut worden sein. Da es jedoch keine schriftlichen Überlieferungen dazu gibt, ist sowohl das Jahr der Erbauung als auch deren Erbauer unbekannt. Der Sage nach soll Jutta von Kittlitz diese Kapelle als Dank für die gesunde Rückkehr ihres Geliebten Seyfried von Loeben von den Dritten Kreuzzügen (1189-1192) gestiftet haben.
Bei diesem damaligen Bauwerk handelte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine eher schlichte und einfach Holzkapelle, die somit als angenommener Vorgängerbau gilt.

Eine schriftliche Ersterwähnung einer Kapelle auf dem Georgenberg findet man in den Meißner Bistumsmatrikeln aus dem Jahr 1495. Es handelt sich hier um einen schlichten Kapellenbau mit aufgesetztem Türmchen. Die Grundrissdaten lassen auf eine damalige Grundfläche von 8,72 m x 11 m schließen. Vermessungen die im Jahr 1962 statt fanden wiesen aber eine Grundfläche von 10 m x 16 m auf. Dies lässt eigentlich nur den Schluss zu, das die erste massive Kapelle entweder zerstört und dann wieder aufgebaut oder aber bewusst baulich verändert wurde.
Nach alten Aufzeichnungen in Kirchenbüchern brannte die Kapelle im 17. Jahrhundert ab und wurde danach wieder aufgebaut. Ob sie hier vollständig abbrannte und dann größer wiedererrichtet wurde, ist leider nicht vermerkt.

Im Lauf der kommenden Jahrzehnte gab es immer wieder größere und kleiner Reparaturen und Erhaltungsmaßnahmen um den immer wieder einsetzenden Verfall zu stoppen.
1878 wechselte die Kapelle den Besitzer, die Stadt Spremberg übereignete die Kapelle der evangelischen Kirchgemeinde. Ab 1925 wurde sie offiziell zu Totenfeiern genutzt.
Für das Jahr 1939 plante die evangelische Kirchgemeinde umfangreiche Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten, die jedoch durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges nicht umgesetzt werden konnten.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kapelle weiter genutzt, Reparaturen oder Instandsetzungen fanden aber nicht mehr statt. Im Jahr 1961 musste die Kapelle auf Grund des immer schlechter werdenden Erhaltungszustandes Baupolizeilich gesperrt werden.

Im Jahr 1962 erfolgte eine letzte Baubegutachtung, deren Ziel es auch war, die Möglichkeiten einer Rettung der Kapelle auszuloten - leider ohne Erfolg. Im Jahr 1968 entschied sich die evangelische Kirchgemeinde und die Stadt Spremberg dazu, die Kapelle abzureißen. Dies geschah am 10. Juni 1970 mittels schwerer Bergetechnik der in Spremberg stationierten NVA Truppenteile als auch mit Unterstützung von sowjetischen Kräften aus dem nahe gelegenen Welzow.

Pläne des Laga Verein Spremberg e.V.

Bei einer Begehung des Stadtparks durch den Laga Verein im Juni 2009 wurden schon erste Visionen diskutiert, ob und wie man die St. Georg-Kapelle wieder entstehen lassen könnte.

Im Jahr 2014 entschloss sich der Laga Verein Spremberg e.V. Konzepte auszuarbeiten, um dieses wertvolle Stück Spremberger Geschichte vor dem Vergessen zu bewahren.
Hierbei ging es von Anfang an nicht um einen Wiederaufbau der Kapelle in ihrer ursprünglichen Form! Für solch ein Vorhaben stehen weder die finanziellen Mittel noch ein tragbares Nutzungskonzept bereit. Geplant ist lediglich, die Kapelle selbst in ihren Umrissen im öffentlichen Raum sicht- und erlebbar zu machen.

Erste Planungen sahen vor, die Grundrisse der Kapelle auf ca. 40 cm über Geländeniveau wieder herzustellen und so die Kapelle im Raum des Stadtpark wieder sichtbar werden zu lassen.
Nach Beantragung aller notwendigen Genehmigungen und Zustimmung des Denkmalschutzes musste zu aller erst die genau Lage der St. Georg Kapelle festgestellt werden. Denn selbst nach den doch recht überschaubaren Zeitraum von nur knapp 50 Jahren seit dem Abriss, gab es mehr Spekulationen als gesicherte Erkenntnisse über das Wo stand sie genau und Wie ist der Erhaltungszustand der Reste der Kapelle!?
Die Sondierung des Geländes der St. Georg Kapelle erfolgte im Mai 2016 mittels Georadar durch die Firma GMB GmbH Engineering Senftenberg, die dies für den Laga Verein kostenlos als Sponsoring erledigte. Selbst ehemalige Mitarbeiter der Firma GMB reisten dafür extra aus Potsdam an, um uns hier zu unterstützen. Danke nochmal dafür! Mit begleitet und unterstützt wurde das Vorhaben auch von Dr. Markus Aghte vom Dezernat Bodendenkmalpflege und der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin Annett Schulz aus Spremberg sowie Mitgliedern des Laga Vereins.

Bei der Auswertung der Daten konnte dann ziemlich schnell festgestellt werden, das der Abriss und die Beräumung der Kapelle im Jahr 1970 doch viel tiefgründiger erfolgte als zunächst angenommen. Fundamente waren nur noch Bruchstückhaft vorhanden. Grüfte konnten ebenfalls geortet werden über deren Zustand aber das Georadar keine Auskunft liefern kann.

Durch einen Zeitungsartikel der Lausitzer Rundschau über Bundes-Förderung der Erbbegräbnisstätte der Familie Glette in Peitz aufmerksam geworden, lotete auch der Laga Verein Möglichkeiten aus, Bundesmittel für die St. Georgs-Kapelle einzuwerben.
 
Im August 2016 besuchte die Bundestagsabgeordneten Ullrich Freese aus Spremberg und Johannes Kahrs aus Hamburg  die Lausitz und machten dabei auch auf dem Georgenberg halt, um sich über die St. Georgs-Kapelle zu informieren. Johannes Kahrs als auch Ullrich Freese zeigten sich sehr interessiert an den Plänen und sicherten dem Laga Verein Unterstützung zu.

Unmittelbar nach dieser Begehung auf dem Georgenberg wurde an den Vorstand des Laga Vereins die Idee herangetragen, doch auch mal über einen "lockeren" Wiederaufbau der Kapelle nach dem Vorbild des Kloster Ihlow nachzudenken.
Dies war genau das, wonach wie lange gesucht hatten, die Kontur der Kapelle wiedergeben aber kein festes Bauwerk, im offenen Raum präsent aber doch filigran genug um nicht zu stören. Modern und mutig. Von dieser Idee begeistert machten wir uns sofort an die Arbeit, wie man es auf unsere Kapelle übertragen könnte.

Schon im Oktober 2016 gibt der Bauausschuss der Stadt Spremberg grünes Licht für dieses Projekt. "Die Stadt gestattet dem Förderverein laut Beschlussvorlage, die Fundamente der St. Georg-Kapelle zu sanieren und eine offene Stahlkonstruktion in den Maßen des früheren Bauwerks zu errichten."

Am 10. November 2016 informiert Ulrich Freese darüber, das der Laga Verein Spremberg e.V.  mit insgesamt 38.972 Euro aus Mitteln des Denkmalschutz-Sonderprogramm VI (Teil 2) bedacht wurde. Diese Zuwendung lässt Hoffnung aufkommen, dieses gewaltige Projekt nun stemmen zu können. An dieser Stelle noch einmal Danke für die Unterstützung!

Im Februar 2017 weilten wir dann zu Gesprächen bei der Oberen Denkmalbehörde in Zossen, wo die Machbarkeit unseres Projektes in Bezug auf die gewährten Fördermittel „abgeklopft“ wurde. Ziemlich ernüchtert mussten wir feststellen, das Euphorie nicht alles ist, vor allem dann nicht, wenn das Projekt selbst ein Bodendenkmal ist und dazu noch in einem Flächendenkmal liegt. Aber hier blieb trotz alledem Gesprächsbereit.

Ende März 2017 war es dann so weit, die beantragte  Archäologische Untersuchung der St. Georg Kapelle konnte endlich stattfinden. Unter Leitung  der Verantwortlichen Archäologin Fr. Dr. Faulstich-Schilling vom Freies Institut für Angewandte Kulturwissenschaften (FIAK), Frau Annett Schulz als ehrenamtliche Bodendenkmalpflegerin des Landes Brandenburg und Ralf-Dieter Drews – Vorstandsmitglied des Laga Verein legten wir Stück für Stück die (Rest) Fundamente der Kapelle frei. Die Untersuchungen dauerten bis zum 31.03.2017. Die Fundamente der Kapelle sind in ihrer Struktur größtenteils zerstört, Reste sind jedoch noch auf der Süd-/ West- und in schwachen Strukturen auf der Ostseite vorhanden. Auf der Nordseite konnten keinerlei Fundamente mehr ausgemacht werden.  Geborgene archäologische Funde sind der Urgeschichte, dem Mittelalter, aber vor allem der Neuzeit und dem 20. Jahrhundert zuzuordnen. Auch hier soll das Sponsoring der Firma TSL Baugesellschaft Spremberg nicht unerwähnt bleiben, die uns beim Aushub der Kreuzgrabung und beim letztendlichen Verfüllen der Grabungen unterstützte.

Ein ernüchterndes Ergebnis dieser Archäologischen Betrachtung war aber auch, das es nicht möglich ist, die einst angedachte Erhöhung der Fundamente auf 40 cm durchzuführen, da schlicht weg zu wenig Substanz dafür vorhanden ist.

Visionen

Aber aufgeben kommt für uns nicht in Frage, wir wollen unbedingt unsere Kapelle wieder haben. Deshalb schmiedeten wir sofort neue Pläne.
Diese sehen nun vor, die gesamte Grundfläche der einstigen Kapelle mit einer Betonplatte zu überspannen, um so einerseits das Bodendenkmal „St. Georg Kapelle“ optimal zu schützen aber gleichzeitig auf dieser Fläche dann aufbauend doch noch unsere Vision der Imagination herzustellen.

Jetzt liegt erst einmal alles in den Händen der Denkmalbehörden. Wir können nur noch warten und hoffen – aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und Visionen sind wie ein Rausch. (Stand August 2017)




Kreuz
St Georgenkapelle
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