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Modell der St. Georg-Kapelle erstmals präsentiert
LAGA-Verein startet Informations-Kampagne in den Räumen der Sparkasse 

Spremberg. Mit der Vorstellung eines maßstabsgetreuen Modells hat der LAGA-Verein eine Informations-Kampagne zum teilweisen Wiederaufbau der St. Georg-Kapelle im Stadtpark gestartet.

Das Modell soll das spektakuläre Vorhaben des Vereins bekannt machen und zugleich Unterstützer werben. Zunächst ist das Modell für einige Wochen im Foyer der Sparkasse Spree-Neiße in der Langen Straße zu sehen.

„Mit der Aufstellung des Modells wollen wir den Sprembergern unser Vorhaben der Imagination der Kapelle und damit eines andeutungsweisen Wiederaufbaus näherbringen“, erklärt LAGA Vereins-Chef Frank Meisel. Unter Imagination sei zu verstehen, dass eine offene Stahlkonstruktion, die auf einer Betonplatte gründet, lediglich die Umrisse der ehemaligen Kapelle darstellen wird.

Das Kapellen-Modell, das zugleich als große Spendenbox dient, bildet die ehemalige Kapelle im Verhältnis 1:20 maßstabsgetreu ab und zeigt zugleich die beabsichtigte Imagination. In den kommenden Monaten soll es an verschiedenen Orten der Stadt aufgestellt werden. Diese Orte werden stets öffentlich zugänglich sein, so dass das Modell von möglichst vielen Menschen in der Stadt wahrgenommen wird. Zugleich müssen die Orte ein Mindestmaß an Sicherheit bieten.

Mit der Wiedererrichtung als Imagination verbindet der LAGA-Verein verschiedene Ziele. „Die offene Stahlkonstruktion soll ein sichtbares Zeichen setzen und die Erinnerung wachhalten. Der Ort soll zugleich Ruhe und Besinnlichkeit ermöglichen, aber auch für Veranstaltungen genutzt werden können“, sagt Vereins-Chef Meisel. Ein entsprechendes Nutzungskonzept werde noch erarbeitet.

Zunächst wird der LAGA-Verein die Planungen präzisieren und den erforderlichen Bauantrag erarbeiten.
Erst nach Abschluss der Planungen ist auch eine genaue Kostenkalkulation möglich. Nach ersten groben Schätzungen geht der Verein von einer Gesamt-Investition im niedrigen sechsstelligen Bereich aus. Die finanziellen Mittel sollen über Fördermittel sowie durch die Unterstützung von Sponsoren und Spendern aufgebracht werden. Zur Werbung von Unterstützern hat der Verein eigens ein kleines Exposé erarbeitet.

Um das sakrale Bauwerk der St. Georg-Kapelle, das im Volksmund auch Georgenberg-Kapelle genannt wird, ranken sich eine Reihe von Sagen und Geschichten. Mit der historischen Figur der Jutta von Kittlitz wird ihre Entstehung in Verbindung gebracht und auf das 12. Jahrhundert datiert.

In Quellen des Niederlausitzer Heimatmuseums wird eher davon ausgegangen, dass die Kapelle aus dem 15. Jahrhundert stammt.
Ihren Namen hat die Kapelle vom Schutzpatron des Rittertums, dem heiligen Georg. Mit der St. Georg-Kapelle erhielt schließlich das gesamte Areal seinen Namen Georgenberg.
Die Georgenberg-Kapelle erlebte verschiedenste Kriegswirren und politische Umbrüche. Trotzdem überstand sie die Jahrhunderte weitestgehend unbeschadet. Erst als das Bauwerk Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr genutzt wurde, war es dem Verfall überlassen. Nach einer baupolizeilichen Sperrung wurde die Kapelle schließlich im Juni 1970 – brachial mit Panzertechnik – abgerissen.

Der Nachbau der Kapelle wird am ursprünglichen Ort im Stadtpark erfolgen. Aus denkmalschutzrechtlichen Gründen wird der Bau allerdings leicht versetzt. So wird gewährleistet, dass die neue Bodenplatte die wenigen noch vorhandenen Steine des originalen Fundaments nicht beschädigt.

Dem Vorhaben des LAGA-Vereins war eine umfangreiche denkmalschutzrechtliche Betrachtung des gesamten Georgenberg-Areals vorausgegangen.




St. Georg-Kapelle
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